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Bloß kein Rumgenöle

Der Kölner Kriss war Azubi bei Götz Widmann
und macht jetzt Hip Hop zur Akustikgitarre


Hip Hop-Liedermaching? Na, was soll das denn sein.
Rappen zur Klampfe?
Nicht direkt, aber der Kölner Liedermacher Kriss präsentiert
auf seiner gerade erschienen Debütscheibe "Flow´n Love" doch
eine sehr entspannt groovende Variante des immer mehr
um sich greifenden Liedermaching. Schließlich hat Kriss
alias Christian Pflüger eine harte Schule hinter sich.
Drei Jahre lang ist er  beim Bonner Extrem-Liedermacher
Götz Widmann in die Lehre gegangen.
Künstlermanagement und Eventveranstalter standen auf dem Lehrplan
und von der Industrie- und Handelskammer ist Kriss schließlich
erfolgreich geprüft worden. Selbstverständlich hat er bei Widmann
auch seine musikalischen Fähigkeiten weiterentwickelt und auf Tour
das harte Geschäft des Musikers miterlebt.
Umso bemerkenswerter, dass Kriss seinem Ex-Chef nicht einfach nacheifert,
sondern eigene Wege einschlägt.  
Sein Sprechgesang hat tatsächlich den ungebändigten Fluss des HipHop
inklusive Binnen-  und Schüttelreimen.
Auch auf der Akustikgitarre entlockt Kriss den rockigen
Liedermaching-Grundakkorden einen treibenden Groove.
"Ich bin erst dreiundzwanzig Jahre, und schon ist es soweit/
Ich seh´ die Welt, wie sie rotiert in ihrem Selbstmitleid",
singt er in "Regentage" mit kribbelnder Wut in der Stimme.
Rumgenöle ist Kriss auch in den nicht wenigen Beziehungssongs
auf "Flow´n Love" fremd. Direkt und unverbraucht klingt seine Musik,
frei nach dem Mottosong "Alles is easy".  (cpi)

Kölner Rundschau 13.07.2007


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